Donnerstag, 4. Oktober 2007

Adjektive

Offen schlug das Buch schnell zu, behutsam machte Faxen;
mickrig hatte Kopfschmerzen und winzig wollte wachsen.
Stur blieb hart und leicht flog weg; windig warf einen Stein,
nackt ging raus und provisorisch wollte alleine sein.

Dumm stand da und hilflos sang, ernst besorgte Bier,
ruhig blieb und wichtig rief: "Is viel zu dunkel hier!"
Da fragte hell: "Wo is die Tür?"; deutlich sagte: "Da."
Richtig zog den Vorhang auf, vergeblich suchte nah.

Hungrig legte sich aufs Ohr, phantastisch hackte Holz;
rüde spielte mit besorgt und doof dachte: Was soll's.
Lautlos wackelte und tierlieb sprach zum Papagei,
echt fiel um und dämlich fühlte sich wirklich frei.

Gruselig schlug Sahne und gemein fing an zu grinsen,
nett hing auf der Fensterbank und billig suchte Münzen.
So sensibel ging vorbei, brutal schlug auf die Kiste;
lustig lachte und korrekt vermisste eine Liste.

Süchtig tanzte, mächtig trank, krank stand auf der Leiter,
schweigend hörte endlich auf und sinnlos machte weiter,
geil kam rein und voll hob ab, bescheiden stand im Licht;
clever machte einen Witz, süß verstand ihn nicht.

Beiläufig spielte toll Klavier und traurig sagte: "Tschüss!",
obszön bekam ein Päckchen, gewöhnlich hatte Schiss;
mutwillig richtete sich auf, verliebt fing an zu weinen,
hektisch hustete nervös, lieb spielte mit den kleinen.

Da endlich wachte müde auf, ging in die Offensive,
und brüllte durch dein ganzen Raum:
"Haut ab, scheiß Adjektive!"

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